Kaschmir. Ein Wort, das sofort Weichheit, Raffinesse und schwerelose Wärme hervorruft, die nur eine Handvoll Materialien auf der Welt bieten können. Aber wissen Sie wirklich, was Kaschmir ist, wo es herkommt und warum manche Stücke Jahrzehnte halten, während andere nach einer einzigen Saison ihre Form verlieren?
Was genau ist Kaschmir?
Kaschmir ist eine Naturfaser, die aus der Unterwolle der Kaschmirziege gewonnen wird, einer Rasse, die in den Hochebenen der Mongolei und des indischen Kaschmir beheimatet ist. Im Gegensatz zu klassischer Wolle, die aus dem Fell von Schafen gewonnen wird, handelt es sich bei Kaschmir um die Daunen, die die Ziege entwickelt, um die extremen Winter im Himalaya zu überstehen, in denen die Temperaturen auf -40 °C sinken.
Jede Ziege produziert pro Jahr nur etwa 150 Gramm Daunen. Für ein Fell braucht man die Ernte von vier bis sechs Ziegen. Diese Seltenheit erklärt den Preis. Aber es erklärt nicht alles. Die Qualität von Kaschmir hängt von drei entscheidenden Faktoren ab: Faserlänge, Feinheit und Sortierreinheit.
Wie erkennt man hochwertiges Kaschmir?
Die Faserlänge ist der erste Indikator. Lange Fasern (über 38 mm) greifen besser ineinander, bilden keine Knötchen und behalten ihre Form. Kurze Fasern, die oft in Kaschmir der Einstiegsklasse verwendet werden, lösen sich schnell – das ist der Grund dafür, dass Pullover nach dreimaligem Tragen fusseln.
Die Feinheit wird in Mikrometern gemessen. Außergewöhnlicher Kaschmir misst 14 bis 15 Mikrometer, im Vergleich zu 18 bis 20 bei klassischer Merinowolle. Je feiner die Faser, desto seidiger der Griff und desto fließender der Fall. Es ist diese Feinheit, die Kaschmir seine einzigartige Fähigkeit verleiht, sowohl unglaublich warm als auch bemerkenswert leicht zu sein.
Endlich die Reinheit klären. Rohe Kaschmirfasern sind mit gröberen Deckhaaren vermischt, die abgetrennt werden müssen. Eine strenge manuelle Sortierung, wie sie in den besten Spinnereien praktiziert wird, garantiert ein Material ohne Rauheit, das nicht juckt und über die Haut gleitet.
Warum in Frankreich hergestellter Kaschmir alles verändert
Kaschmir zu kaufen ist eine Sache. Eine andere Sache ist die Herstellung in Frankreich. Der Unterschied ist nicht auf den ersten Blick sichtbar – er ist Saison für Saison im Tragen zu spüren. Eine französische Werkstatt beherrscht die Schnitttechnik, die die Faserrichtung berücksichtigt, die Handveredelung, die ein Ausfransen verhindert, die Seiden- oder Viskosefutter, die gleiten, ohne sich zu verhaken.
Bei Coulange wird jeder Kaschmirmantel und jede Kaschmirjacke in unserer Werkstatt von Händen zusammengestellt, die dieses Material seit Jahrzehnten verarbeiten. Wir wählen langfaseriges Kaschmir aus, füllen es mit atmungsaktiven Materialien und gewähren eine lebenslange Garantie. Denn Kaschmir ist nicht dafür gemacht, eine Saison zu halten, sondern ein Leben lang.
So pflegen Sie Ihren Kaschmir
Kaschmir lässt sich nicht wie Baumwolle waschen. Es erfordert besondere Sorgfalt, ist aber nicht unüberwindbar. Handwäsche in kaltem Wasser und einem milden Reinigungsmittel – niemals normales Waschmittel, das die Fasern schädigt. Sanftes Andrücken eines Handtuchs, niemals Auswringen. Liegend trocknen, niemals hängend, niemals in direktem Sonnenlicht. Und es wird Sie zwanzig Jahre lang belohnen.
Zum Aufbewahren lieber falten als aufhängen – das Gewicht des Kleidungsstücks würde die Schultern verformen. Und schützen Sie es vor Motten mit Zedern- oder Lavendelsäckchen, die sowohl natürlich als auch wirksam sind.


